Selo-Fachtagung «Depression: Stigma bekämpfen, Suizide verhindern»
Bern, 30.05.2011

Der öffentliche und politische Diskurs rund um die 6. IV-Revision und das Präventionsgesetz
bringen die Dringlichkeit zutage, die psychische Gesundheit zu fördern und Lösungen für
Depression und andere psychische Erkrankungen zu erarbeiten. In diesem Kontext organisierte
die Werner Alfred Selo Stiftung die aktuelle Fachtagung, die sich an Ärzte und Therapeuten,
Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft, Fachpersonen aus Verwaltung und Forschung,
sowie an Betroffene und Interessierte richtet. Im Hinblick auf eine schweizerische
Mental Health Policy wurden folgende Hauptaspekte beleuchtet:


Depression ist eine Volkskrankheit geworden: Depressionen zählen zu den häufigsten und
zugleich am stärksten tabuisierten psychischen Krankheiten. Über 5% der Schweizer Bevölkerung
leidet an Depressionen; 20% erleben einmal im Leben eine depressive Episode. Bis zum Jahr 2020
werden gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO Depressionen den zweiten Platz in der Liste
der häufigsten Krankheiten einnehmen. Es besteht dringender Aufklärungsbedarf der Schweizer
Bevölkerung.

Arbeitsbelastung als eine der Hauptursachen nimmt zu: Eine neue Umfrage hat gezeigt, dass in
den letzten 15 Jahren besonders die Arbeitsbelastung als Ursache stark zugenommen hat. Es ist
wichtig, gezielte Massnahmen im Arbeitsumfeld zu entwickeln.

Prävention von psychischen Erkrankungen tut Not und muss bei der Jugend ansetzen: Nicht
behandelte Depressionen sind der häufigste Suizidgrund. Jährlich sterben in der Schweiz an die
1’400 Personen - also ca. 4 Menschen pro Tag - durch Suizid. Stärkere Präventionsanstrengungen
sind notwendig.

Frühe Diagnosestellung zahlt sich aus: Früherkennung ist wichtig, obwohl Depressionen von
Hausärzten häufig oder zu spät erkannt werden. Die Kosten für präventive Massnahmen sind weit
tiefer als der durch Arbeitsausfall entstehende volkswirtschaftliche Schaden und die Folgekosten
unbehandelter Erkrankungen.

Stigma abbauen mit einer nationalen Kampagne: Depression ist nach wie vor ein Tabuthema.
Das Stigma ist ein erheblicher Stressor für Betroffene und kann als Folgekrankheit der eigentlichen
psychischen Krankheit bezeichnet werden. Es gilt, umfassende Massnahmen zur Entstigmatisierung
und Prävention psychischer Erkrankungen zu entwickeln.

Die Tagung wurde organisiert in Partnerschaft mit EQUILIBRIUM


Die Tagung wurde unterstützt von:


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